klebstoffauftragstechnik

Mehr und mehr Industrieunternehmen setzen im Rahmen innovativer Fertigungsverfahren auf das Kleben als erfolgreiche Technik. Ein exzellentes Beispiel aus dem Bereich der Klebstoffauftragstechnik ist der Fußball „Teamgeist“ aus dem Hause Adidas. Bereits zur WM 2006 wurde das Modell als offizieller WM-Fußballs eingesetzt und verklebt,statt wie mit herkömmlichen Nähten verbunden zu werden.

Mit „Teamgeist“ konzipierte sich der sporterfahrene Hersteller nicht nur ein Meisterstück an innovativen Design, sondern gleichzeitig auch ein eigenes Produkt,um neue Verkaufsrekorde zu erzielen.

Dabei ist Adidas nur eines von vielen Industrieunternehmen, die auf Klebstoffe zurückgreifen. In den vergangenen Jahren hat dieser Bereich der Verbindungstechnik einen regelrechten Höhenflug erlebt. Vertreten über zahlreiche Branchen hingweg, sind die deutschen Hersteller von Industrieklebstoffen weltweit führend und konnten schon in der Vergangenheit neue Märkte für sich erschließen. Darunter insbesoners auch solche die früher dem Schweißen und Schrauben gewidmet waren, wie etwa Player im Automobilbau.

In der Tat ersetzen Klebstoffe zunehmend andere Verbindungstechniken im deutschen Automobilbau, wie etwa bei dem 7er-BMW, der insgesamt mit über 150 Metern Klebeverbindungen ausgestattet ist. Die Begeisterung für Klebestoffe im Automobilbau kommt aber natürlich nicht von ungefähr. So schneiden „geklebte“ Autos bei Crashtests in der Regel besser ab als traditionell geschweißte Modelle, was eine erhöhte Sicherheit beim Fahren verspricht. Außerdem ist die Klebetechnik rund 18 Kilogramm leichter als Schrauben und Schweißen und ist ein interessanter Faktor beim Verringern der Gesamtkosten.

Ein vergleichsweise geringes Gewicht, weniger Kosten und eine höhere Sicherheit, die Autoindustrie hat längst die Klebe-Verbindungstechnik für sich entdeckt und diese positive Entwicklung hat gelichermaßen den Fahrzeugbau im öffentlichen Verkehr erreicht.

So werden auch beim Bau von Straßen- und Schienenfahrzeugen zunehmend Klebeverbindungen eingesetzt. Prominentes Beispiel hierfür ist der ICE, bei dem Seitenwände und Aufbauten auch bei Spitzengeschwindigkeiten von über 300 Kilometern pro Stunde durch Klebstoffauftragstechnik sicher zusammen gehalten werden. Hinzu kommen geringere Kosten und Gewicht, wie im klassichen Automobil bau beschrieben. Ein Trend, der auch bereits in der Flugzeugindustrie angekommen ist, wo Klebeverbindungen leichte Kunststoffe miteinander verbinden.

Neben dem Mobilitätssektor finden Klebstoffe verstärkt Anwendung in der Elektronikproduktion, wo sie kleine Lötstellen oder Schrauben ersetzen. Zum Einsatz kommen spezielle Klebstoffe, die Strom leiten, aber sich dabei nicht zu stark erhitzen. Hier kommt der Sicherheitsaspekt dieser neuen Technologie zum Tragen, die einen Hitzestau verhindert und so Bränden vorbeugt.

Interessant sind diese Materialeigenschaften bei der Produktion moderner Mobiltelefone, wo verschiedene Klebefolien eingesetzt werden, um das Gerät vor Spannung zu schützen oder das Eindringen von Wasser zu verhindern.

Auch die Möbelindustrie hat die neuartigen klebe-basierten Techniken für sich entdeckt und setzt diese inzwischen standardmäßig, beispielsweise bei der Produktion von Sofas ein. Auch in der Bauindustrie nehmen Klebstoffe eine wichtige Rolle ein, sodass rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes der Klebstoffhersteller aus dem Bausektor kommen.

Dennoch werden Klebstoffe nach wie vor am häufigsten in der Papier- und Verpackungsindustrie Klebstoffe eingesetzt und machen mit rund 40 Prozent den Löwenanteil am Gesamtumsatz aus. Ob Lebensmittelverpackung, Verbundfolien oder Bucheinbände, alle dieser Produkte der Papierbranche sind ohne Klebstoffe kaum denkbar. Insgesamt wird in keinem anderen europäischen Land so viel Klebstoff verbraucht, wie in Deutschland. Pro Kopf sind es rund sieben Kilogramm pro Jahr und mit über 30.000 verschiedene Klebstoffe derzeit auf dem Markt und einer steigenden Tendenz, liegt ein kontinuierliches Umsatzwachstum auch in den kommenden Jahren nahe.

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